Schimmelpilz ist ein Allgemeinbegriff, der sich über das Aussehen der Pilze eingebürgert hat. Die umgangssprachliche Bezeichnung “Schimmel“ lässt sich aus dem althochdeutschen Wort “ Schimmer “ ableiten.

Schimmel ist ein Sammelbegriff für Mikropilze mit oberflächlich wachsenden Pilzgeflechten, von denen es weit über 100.000 verschiedene Arten gibt.

Schimmelpilzsporen sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar und werden durch die Luft transportiert. Sie gehören zu den Mikroorganismen, ebenso wie Bakterien, Flechten und Algen, gedeihen jedoch im Unterschied zu den Algen und Flechten auch unter ungünstigen Umgebungsbedingungen.

Voraussetzungen für Schimmelpilzwachstum:

  • Für das Myzelwachstum und die Sporenbildung wird Feuchtigkeit benötigt. Die meisten Hausschimmelpilze haben ihr Wachstumsoptimum bei 90 % relativer Feuchte. Es gibt jedoch Arten, die auch bei einer relativen Feuchte um 70 % keimen, wachsen und Sporen bilden. Das Schimmelpilzkriterium bestimmt den Grenzwert mit 80 %.
  • Die Sporen benötigen zur Keimung, Myzelbildung und Vermehrung einen saugfähigen Untergrund. Optimal sind Tapeten, Putz oder Holz mit poröser Oberfläche. Auf dichten Oberflächen kann Schimmelpilz nur dann wachsen, wenn durch Verschmutzungen, wie beispielsweise Staub, die Möglichkeit der Feuchtespeicherung besteht. Nach ausreichender Vermehrung werden die Schimmelpilze sichtbar in Form einer Schimmelpilzverfleckung oder eines Schimmelpilzrasens.
  • Die Schimmelpilze benötigen ein leicht saures Milieu mit pH-Werten zwischen 4,5 und 6,5.
  • Hausschimmelpilze können sich an Temperaturen von 0 bis 45 Grad anpassen. Die Optimaltemperatur liegt bei 20 bis 30 Grad.
  • Die Nährstoffansprüche der Schimmelpilze sind so minimal, dass dem Hausschimmel schon der unvermeidliche Staub in den Wohnräumen für die Ernährung ausreicht.
  • Die Hausschimmelpilze stellen geringere Ansprüche an den Sauerstoffgehalt der Atmosphäre als der Mensch.
  • Für das Wachstum der Hausschimmelpilze ist kein Licht erforderlich.

 

Der natürliche Lebensraum der Schimmelpilze sind abgestorbene Pflanzen auf dem Erdboden. Sie finden sich in Kompostieranlagen, Müll- und Biotonne ebenso wie bei Zimmerpflanzen. Sie sind ubiquitär, also an jedem Ort und zu jeder Jahreszeit nachweisbar. Sie sind überall innerhalb und außerhalb von Gebäuden vorhanden.

Schimmelpilze gehören zur Umwelt des Menschen und der Mensch ist an eben diesen angepasst und weist eine natürliche Resistenz auf. Bei einer erhöhten Schimmelpilzkonzentration oder Empfindlichkeiten ( Allergien ) kann es jedoch zu Krankheitssymptomen kommen.

Ursächlich für Schimmelpilzschäden können vielfältige bauliche Mängel oder auch falsches Wohnverhalten sein.