Das Wärmedämm-Verbundsystem ( WDVS ) gibt es seit etwa 1960. Der vermehrte Einsatz erfolgte jedoch erst nach der Energiekrise in den 70er Jahren. Das früher auch als “Thermohaut “ oder “Vollwärmeschutz“ bezeichnete System hat den Vorteil, dass es problemlos nachträglich auf Gebäude angebracht werden kann und sowohl den Wärmeschutz als auch den Witterungsschutz verbessert.

Der Aufbau des WDVS:

  1. Tragender Wandbaustoff ( ein- oder mehrschalig )
  2. Klebemörtel vollflächig bzw. nach Zulassung ab 40 % ( meist im Neubau ) und ggfl. eine zusätzliche Verdübelung ( meist im Bestand )
  3. Dämmstoff, z.B. aus PS- oder PUR-Hartschaum, Mineralfasern, Mehrschichtplatten oder Kork
  4. Unterputz bzw. Armierungsschicht, bestehend aus einer Mörtelschicht mit dem eingearbeitetem Armierungsgewebe
  5. Armierungsgewebe, das etwa mittig, besser aber im oberen Drittel des Unterputzes vollständig überdeckt eingebettet ist
  6. Oberputz bzw. Schlussbeschichtung als Witterungsschutz und zur Gestaltung

Der Oberputz bzw. die Schlussbeschichtung kann beim WDVS aus verschiedenen Materialien bestehen. Man unterscheidet in:

  • Mineralische Putze mit Bindemittel auf Zementbasis, Kunstharzputze auf Silikon- und Silikatbasis
  • Flachverblender aus kunstharzgebundenen Platten bis 5 mm Dicke mit klinkerartigem Aussehen, die auf dem Unterputz verklebt werden.
  • Keramische Beläge aus Riemchen, Fliesen oder Platten, die auf den Unterputz geklebt werden und bei denen anschließend die Fugen verfüllt werden.