Beton ist druckfest und hat keine nenneswerte Zugfestigkeit. Wird der Beton auf eben diesen Zug und auch auf Biegung beansprucht, reißt er auf. Aus diesem Grunde werden Stahleinlagen in den Beton eingebaut. Man spricht von bewehrtem Beton oder Stahlbeton. Stahlbeton ist also in hohem Maße druck -und zugfest. Erfunden wurde dieser Verbundbaustoff 1867 von Joseph Monier.

Voraussetzung für diesen Verbundbaustoff ist die feste Verbindung zwischen Beton und Stahl. Dazu gehört eine satte Umhüllung der Stahlstäbe durch den Beton. Nur so können die Zugkräfte durch Reibung und Oberflächenverbund vom Beton auf den Stahl übertragen werden. Bei der Zugbeanspruchung des Betons bilden sich längs der Zugzone fein verteilte Risse, deren Weite durch die Stahlbetonbewehrung begrenzt werden muss. Der Stahl trägt jedoch erst im gerissenen Zustand, sodass haarfeine Risse je nach Einbaubedingungen des Betons zulässig sind.

Stahlbeton wird auch als schlaff bewehrter Beton bezeichnet. Bei Konstruktionen, bei denen die hohe Zugfestigkeit des Stahls noch besser ausgenutzt werden soll, ohne dass es zu großen Rissen im Beton kommt, werden die Stähle vorgespannt und man spricht von Spannbeton. Bei diesem wird der Beton dann also durch Einleiten von Druckkräften vorgespannt, sodass er auch bei einer Zug- und Biegebelastung nicht aufreißen kann.